Archiv der Kategorie: News

Alle elf Castoren in Valognes eingetroffen

Alle elf Castoren in Valognes eingetroffen

Die letzten der elf Castorbehälter mit hochradioaktivem Atommüll haben heute die Wiederaufbereitungsanlage im nordfranzösischen La Hague verlassen, wie Greenpeace-Atomexperte Yannick Rousselet aus Frankreich bestätigte. Die Behälter wurden in drei Speziallastwagen zum Verladebahnhof des Atomkonzerns Areva in Valognes gebracht. Dort werden sie auf Bahnwaggons verladen. Damit sind alle Castorbehälter im Verladebahnhof in Valognes angekommen. Der Zug mit den elf Castorwaggons wird aller Voraussicht nach am Freitag seine Fahrt nach Gorleben antreten.

Von der Bundesregierung fordert Greenpeace, die Castorbehälter nicht ins wendländische Gorleben zu bringen, sondern sie im grenznahen AKW Philippsburg zwischenzulagern, um keine weiteren Sachzwänge für das zu untersuchende Endlager in Gorleben zu schaffen. Greenpeace hält den Salzstock in Gorleben als Endlager für hochradioaktiven Müll für ungeeignet.

Rekordbeteiligung bei Castor-Protesten am Wochenende erwartet

Rekordbeteiligung bei Castor-Protesten am Wochenende erwartet

“Wir gehen von 30.000 Teilnehmern aus, und es können auch noch erheblich mehr werden”, sagte Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg am Mittwoch in Hannover zu der erwarteten Teilnehmerzahl bei einer Großkundgebung in Dannenberg am Samstag. Bislang lag die höchste Beteiligung an der Kundgebung bei 14.500 Menschen im Jahr 2008.

Das Wendland im Ausnahmezustand – Camp Gusborn verboten

Das Wendland im Ausnahmezustand – Camp Gusborn verboten

Lange im Vorwege waren die Anträge für Camps, Verkehrsführungen und Infopunkte eingereicht und die Konzepte vorgestellt worden. Kreisbehörden und Veranstalter zogen an einem Strang, die Polizei zeigte sich kooperativ. Das hat sich nun, nur wenige Tage vor dem Beginn des Transportes, drastisch geändert: Mittlerweile hat die Polizei alle Verfahren an sich gezogen und über das nördliche Kreisgebiet eine Art Ausnahmezustand verhängt. Dabei scheint sie das Ziel zu verfolgen, die Region Dannenberg nahezu komplett und weiträumig vom Strassenverkehr abzuriegeln und den Zugang zur Auftaktkundgebung zu erschweren.Das Camp der Bäuerlichen Notgemeinschaft in Gusborn wurde als möglicher Ausgangsort von Widerstandshandlungen eingeordnet und ganz verboten, die Benutzung der Landesstrasse zwischen Dannenberg und Gorleben für die Traktoren als Zufahrt zur Kundgebung untersagt.

Auch das Camp Splietau war vor wenigen Tagen auf der Kundgebungswiese verboten worden, darf nun aber wenige hundert Meter entfernt – aber auf 300 Personen beschränkt – stattfinden.

Kundgebung gegen Castor mit Kumi Naidoo, Annelie Buntenbach und Bela B.

Kundgebung gegen Castor mit Kumi Naidoo, Annelie Buntenbach und Bela B.

Das Programm für die Großkundgebung gegen Atomenergie, gegen ein Atommüll-Endlager in Gorleben und gegen den bevorstehenden Castor-Transport steht fest. Die Debatte um die Verlängerung der AKW-Laufzeiten und die Aufhebung des Gorleben-Moratoriums steht im Fokus der Großkundgebung. Zahlreiche Gruppen und Einzelpersönlichkeiten haben erklärt, dass sie sich den Aktionen gegen den Castor-Transport anschließen werden.

Die Kundgebung findet am kommenden Samstag, den 6. November von 13 bis 16 Uhr vor den Toren Dannenbergs zwischen den Dörfern Nebenstedt und Splietau statt.

Veranstaltet wird die Demonstration von einem Bündnis, dem folgende Organisationen angehören: Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Bäuerliche Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg, Robin Wood, .ausgestrahlt, BUND, campact, contrAtom, Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad. Anmelder ist der Republikanischer AnwältInnen Verein (RAV). Weitere 115 Organisationen rufen zu der Demonstration auf, dazu über 1.100 Einzelpersonen und mehr als 80 prominente Künstlerinnen und Künstler.

Bisher sind 217 Busse aus der ganzen Republik und zusätzlich 20 Zubringerbusse von den Bahnhöfen Salzwedel, Uelzen, Lüneburg und Ludwigslust angemeldet. Die Veranstalter rechnen mit der größten Demonstration in der bisher 33-jährigen Geschichte des Gorleben-Widerstands.

Als Rednerinnen und Redner haben zugesagt:

  • Jürgen Schulz, Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg (parteilos)
  • Kumi Naidoo, Direktor von Greenpeace International
  • Annelie Buntenbach, Mitglied des geschäftsführenden DGB-Bundesvorstands
  • Kerstin Rudek, Vorsitzende der BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg
  • Claas Chocholowitz, Bäuerliche Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg
  • Lars-Ole Walburg, Intendant Schauspiel Hannover
  • Luise Neumann-Cosel, X-tausendmal quer
  • Dr. med. Michael Wilk, Arbeitskreis Umwelt Wiesbaden
  • Martin Lemke, Republikanischer AnwältInnen Verein (RAV)

Mit musikalischen und kulturellen Beiträgen sind dabei:

  • Irie Revoltés Soundsystem
  • Rainer von Vielen
  • LeFly
  • Lüneburger “Schrott-Trommler”
  • Willem Wittstamm
  • Bela B. und Rocko Schamoni

Moderation:

  • Dirk Seifert (Robin Wood)
  • Martin Donat (Stellv. Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg)

Mehr Informationen unter greenpeace.de

Von Punk bis Literatur: Künstler rufen zu Castor-Protest auf

Von Punk bis Literatur: Künstler rufen zu Castor-Protest auf

Bela B., Petra Oelker und Charlotte Roche kommen ins Wendland: Mehr als 70 namhafte Künstler und Künstlerinnen rufen die Bevölkerung auf, sich an den Protestaktionen rund um den Castortransport ins niedersächsische Gorleben zu beteiligen.

Mehr als 70 namhafte Künstler und Künstlerinnen rufen die Bevölkerung auf, sich an den Protestaktionen rund um den Castortransport ins niedersächsische Gorleben zu beteiligen. “Wenn die Bundesregierung auf die Bevölkerung nicht hören will, müssen wir aktiv werden”, heißt es in dem Aufruf, den unter anderem der Schriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass, der Musiker Bela B, der Kabarettist Urban Priol und der Schauspieler Michael Fitz unterzeichnet haben. Die Künstlerinnen und Künstler fordern zudem die Bundesregierung auf, die Laufzeiten der Atomkraftwerke nicht zu verlängern, sondern aus der Atomenergie auszusteigen. Der vom “Bündnis gegen Castor 2010” initiierte Aufruf wird am Montag in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sowie weiteren sieben regionalen Tageszeitungen in Norddeutschland erscheinen.

Weitere Künstler und Bands, die den Aufruf unterzeichnet haben, sind unter anderen die Musiker Udo Lindenberg, Jan Delay, Judith Holofernes und Pola Roy von “Wir sind Helden”, die Kabarettisten Jürgen Becker, Frank-Markus Barwasser (alias Erwin Pelzig) und Hagen Rether, der Regisseur und Produzent der Lindenstraße, Hans W. Geißendörfer, die Musikbands Knorkator, Die Sterne und Madsen, die Schriftsteller Roger Willemsen, Kirsten Boie und Friedrich Ani sowie die Schauspieler Clemens Schick, Susanne Wolff und Rolf Becker.

“Diese korrupte Mauschelei zwischen Frau Merkel und der Atomlobby macht mich so wütend wie lange nichts mehr! Dann verabreden sie auch noch für zukünftige Regierungen verbindliche Klauseln im Vertrag, damit wir den Mist noch nicht mal abwählen können. Der gesunde Menschenverstand sagt mir: wir dürfen nicht so tödlich-giftigen Abfall produzieren, weil wir verdammt noch mal nicht wissen, wohin damit. Auf ins Wendland! Ich bin dabei!”, begründete die Autorin und Moderatorin Charlotte Roche ihren Protest.

Auch weitere Prominente haben ihr Kommen ins Wendland angekündigt, darunter die Musiker Bela B. und Rocko Schamoni sowie die Hamburger Krimiautorin Petra Oelker. “Ich fahre wieder zum Protest ins Wendland, weil ich als entschiedene Demokratin die so fatale wie gefährlich dumme Atompolitik der Bundesregierung nicht still haltend hinnehmen kann – es lebt sich schlecht im Falschen”, sagte Petra Oelker.

Die Künstler wollen am Samstag kommender Woche, 6. November, zusammen mit der Bäuerlichen Notgemeinschaft auf Traktoren zum Ort der Auftaktkundgebung in Dannenberg fahren. Der Treck startet gegen 11 Uhr in Klein Gusborn. Um 13 Uhr beginnt die Kundgebung in Dannenberg mit zahlreichen Rednern und Bands. Die Demonstration ist der Auftakt zu einer Vielzahl an Protest- und Widerstandsaktionen gegen den Castortransport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage in La Hague ins Zwischenlager nach Gorleben.

Astrid Schaffert von Attac, Mitinitiatorin des Künstleraufrufs: “Die Reaktionen der Künstler zeigen, dass der Widerstand gegen den Atomkurs der schwarz-gelben Bundesregierung wächst und keine gesellschaftlichen Grenzen kennt. Die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern ist gefährlich, unnötig und Ausdruck einer von den vier Atomkonzernen gelenkten Interessenspolitik. Deshalb sind die Menschen so empört.”