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Die geheime Liebe zur Atomkraft

Was haben Verführung, Liebe und Sex mit Atomkraft zu tun? Alle vier machen die Deutschen schwach… immer und immer wieder!

Laut einer Umfrage der Fachzeitschrift Energie & Management bezogen Ende 2013 knappe 5,76 Millionen Privathaushalte und 240.000 gewerbliche Kunden Ökostrom. Ein Jahr zuvor waren es allerdings auch schon knappe 5 Millionen. Demnach wären bei 80 Millionen Einwohnern und ungefähr 40 Millionen Privathaushalten in Deutschland nur 14,4 Prozent davon Ökostrom Bezieher.

Wichtig: Diese Statistiken und Umfragen zeigen lediglich eine Tendenz und keine Fakten. Die tatsächlichen Werte könnten davon abweichen.

Dabei ist die ExtraEnergie GmbH aus Neuss mit vermutlich weit über 1 Millionen Ökostrom-Kunden der Platzhirsch (Bis Ende Juli 2012 wurden laut ExtraEnergie insgesamt 1 Millionen Kunden akquiriert). Zur ExtraEnergie Marke gehören außerdem noch HitEnergie und Prioenergie.
Interessant ist, dass ExtraEnergie im Jahr 2013 zum ersten Mal an besagter Umfrage teilnahm. Die Redakteure der Fachzeitschrift beschreiben die Lage folgendermaßen:

“Wenn wir ExtraEnergie unberücksichtigt lassen, haben sich die letztjährigen Kundenzahlen im Vergleich zu 2012 allenfalls ganz leicht im Gewerbesektor verbessert; abgesehen von einem kurzen, heftigen Hype nach dem Atomunfall in Fukushima im Frühjahr 2011 stagniert der Ökostrommarkt hierzulande seit zweieinhalb Jahren.”
– Dr. Ralf Köpke, Redakteur bei Energie & Management

Daraus geht eindeutig hervor, dass der Ökostrom Markt in Deutschland stark stagniert. Komisch, wo sich doch so viele pflichtbewusste Bürger dafür aussprechen. Lassen sich die Deutschen etwa doch wieder von den günstigen Preisen verführen und entwickeln eine erneute Atomkraft Liebe – Scheinbar werden wir nicht nur bei Frauen schwach?
Zumindest die Deutsche Bahn bemüht sich (ausnahmsweise) und will bis 2015 rund 35 Prozent aus Ökostrom beziehen. Anfangs war dieser Meilenstein erst für 2020 geplant.

Weitere Ökostrom Anbieter

Mit 475.000 Kunden (Mai 2014: 609.000) belegt die Lichtblick SE aus dem wunderschönen und geliebten Hamburg in der Umfrage den zweiten Platz. Auf dem dritten Platz liegt mit 365.000 Kunden (Oktober 2014: 391.000) die ENTEGA GmbH & Co. KG in Darmstadt.

Aus welchen Quellen kommt der deutsche Strom?

Will Deutschland Liebe und Sex mit der Atomkraft
Hier sind KEINE Prozentwerte zu sehen, sondern die Nettostromerzeugung in Tera Wattstunden (1 TWh = 1 Milliarde kWh). Netto bedeutet ohne Einbeziehung des Eigenbedarfs der Kraftwerke, Transportwege und Verluste.

Die Netto-Anteile sehen demnach wie folgt aus:
Atomkraft = 16 %
Braunkohle = 24,8 %
Steinkohle = 18,1 %
Gas = 5,9 %
Erneuerbare Energien = 28,8 %
Sonstige = 6,4 %

Der Anteil von erneuerbaren Energien liegt dieser Erhebung zufolge bei knapp 29 Prozent. Hinsichtlich der Zielmarke der Bundesregierung von 30 Prozent im Jahr 2030 klingen diese Zahlen dann doch ziemlich gut. Also keine Atomkraft Liebe… oder?

Die Nettostromerzeugung ist übrigens eine absolut unsinnige Angabe, da “Energieverbrauch” gleich “Energieverbrauch”, ganz egal ob durch meinen Kühlschrank oder die Reaktorkühlung im Atomkraftwerk, allerdings nahmen sich die Netto- und Brutto-Anteile bisher fast nichts.

Wie sieht der Vergleich aus?

Kommen wir zu dem Vergleich der Bruttostromerzeugung der letzten Jahre. Im Jahr 2011 bestand diese zu 20,2 % aus erneuerbaren Energien, 2012 waren es 22,8 % und 2013 dann 25,3 %. Und im Jahr 2014 nähren wir uns voraussichtlich den 30 % an. Nicht schlecht. Heißt das wir ersetzen Atomkraft durch erneuerbare Energien? Nur bedingt.

Der Anteil der Kernenergie lag 2011 bei 17,6 %, 2012 bei 15,8 %, 2013 bei 15,4 % und 2014 geht es voraussichtlich wieder in Richtung 16 %. Während sich die Braunkohle und Steinkohle Anteile nicht groß verändert haben, ist der Erdgas Anteil von 14 % in 2011 auf 10,6 % in 2013 gesunken und den vorangegangen Angaben zufolge bewegen wir uns 2014 im Bereich der 6 %. (Quelle: http://www.ag-energiebilanzen.de/)
Natürlich ist die Entwicklung beim Erdgas nicht unbedingt gewollt, sondern hat einen Grund. Etwa 40 % des deutschen Gasbedarfs werden aus Russland bezogen und dabei fühlen sich die Energiekonzerne nicht wohl und schauen sich nach anderen Quellen um.

Übrigens: Kommt das Freihandelsabkommen “Ceta” zwischen EU und Kanada zustande (was so gut wie sicher ist), dann hätten Unternehmen bzw. Investoren das Recht Schadensersatz für “Fracking” Verbote in Europa zu fordern, was soviel bedeutet wie die “Fracking” Verbote werden unter Umständen aufgehoben oder gar nicht erst umgesetzt.

Gibt es eine geheime Atomkraft Liebe?

Ich würde nicht soweit gehen und von Liebe sprechen, aber Atomkraft wirkt definitiv verführerisch. Schuld daran sind allerdings die Regierungen der Industrienationen. Erst kürzlich wurde der Ban-Ki-Moon-Klimagipfel mit dem Fazit beendet, dass Europa die CO2-Emissionen bis 2030 drastisch um mehr als 40 Prozent senken muss. Dies war eigentlich bereits das Ziel für 2020, wird allem Anschein nach aber bei weitem nicht zu erreichen sein. Und wer ist Europas Klimaschutz-Vorreiter? Klar, Deutschland. Die Bundesregierung startet also wieder in Richtung Klimaschutz und die Verbraucher bekommen wie schon damals Angst vor hohen Energiepreisen… und die Atomkraft wartet mit ihrem verzaubernden grünen Funkeln verführerisch im Hintergrund und flüstert uns zu: “Bei mir gibt es die günstigsten Preise”.

Verführung und das sexuelle Feuer der Liebe zur Atomkraft

Das Feuer der Liebe entfacht, wenn wir es nicht rechtzeitig wieder stoppen!

Castor-Blockierer in Frankreich vor Gericht

Castor-Blockierer in Frankreich vor Gericht

Anfang November stoppten sie den jüngsten Castor-Transport nach Gorleben – nun müssen sich die sieben Atomkraftgegner vor einem französischen Gericht verantworten. Im Falle einer Verurteilung müssen sie mit Haft- und hohen Geldstrafen rechnen. Bei der Räumung wurden die angeketteten Aktivisten teilweise schwer verletzt.

Ein 24-jähriger Deutscher und sechs Franzosen stehen in der Normandie vor Gericht. Anfang November war ihnen die erste Blockade des Castor-Transports nach Gorleben gelungen. Dreieinhalb Stunden brauchte die Polizei, um die fest geketteten Blockierer aus den Schienen zu schneiden. Jetzt drohen ihnen ein halbes Jahr Haft, eine Geldstrafe und hohe Schadensersatzforderungen.
Denn zum ersten Mal klagt neben der französischen Staatsbahn auch der Atomkonzern Areva, um sich Entschädigungen zu sichern. Vor dem Gericht demonstrierten Atomkraftgegner – auch aus Deutschland. Sie werfen der Polizei vor, brutal gegen die Blockierer vorgegangen zu sein. ´Die Demonstranten waren in Eisenrohren angekettet´, beschreibt Francois Levallet seine Sicht der Ereignisse. ´Die Polizei hat die Rohre mit einem Winkelschleifer durchgesägt und weil sie das Metall nicht gekühlt haben, haben sie die Hände der Demonstranten schwer verbrannt und einem von ihnen die Sehnen an der Hand durchtrennt, sodass er mehrfach operiert werden musste.´ Die Blockierer haben Strafanzeige gegen die Polizei gestellt, doch das Verfahren gegen die Beamten wurde bereits eingestellt.

Spenden für französische Aktivisten!

Spenden für französische Aktivisten!

Mit einer Ankettaktion haben Franzosen den Castor nach Gorleben schon in Caen gestoppt. Nun brauchen sie dringend finanzielle Unterstützung!

16.500 Euro sollen sieben Festgenommene bis zum 15. November bezahlen, um auf freiem Fuss zu bleiben. Der erste Verhandlungstag ist am 08. Dezember in Caen. Können die Aktivisten die Kaution nicht zahlen, müssen sie diesen Zeitraum in den Knast.

Bei der Aktion wurde rücksichtslos und unproffessionall durch französische Polizisten geräumt, einem Aktivisten wurden Sehnen durchtrennt, zwei weiteren wurden schwere Verbrennungen zugefügt.

Internationale Solidarität ist angefragt !

Jede finanzielle Unterstüzung ist willkommen für die Aktionsgruppe GANVA.

Überweisung auf folgendes Konto:

  • IBAN : FR43 2004 1010 0711 1706 6A03 814
  • BIC : PSSTFRPPLYO
  • Stichwort: GANVA

<strong>Die Aktionsgruppe GANVA ist wieder auf freiem Fuß, vielen Dank an alle, die geholfen haben!</strong>