Castortransport 2010

Wolfgang Ehmke: "Er spricht von Dialog und Transparenz, outete sich aber im Schnelldurchgang als Basta-Politiker – Gorleben soll als Atommüll-Endlager ausgebaut werden, ohne Vorgespräche, alternativlos, ohne eine formale rechtliche Beteiligung der Bevölkerung, das nennen wir institutionelle Gewalt."

Vorausgegangen waren bewegte und bewegende Tage im Wendland: Aus Protest gegen den strammen Atom-Kurs der Bundesregierung hatten sich am vergangenen Samstag 50.000 Menschen zu einer Kundgebung in Splietau, in Sichtweite der Castor-Verladestation, versammelt. Tausende hatten sich in den Tagen danach an den unterschiedlichsten Aktionen zum Stopp des Transports beteiligt: Kirchen und Gemeindehäuser boten Schutz und Wärme, die vielen Essens- und Sachspenden zeigten, die auswärtigen Protestler waren willkommen.

Allein das besonnene Verhalten der Demonstranten hätte dazu geführt, dass die viel zitierte “Schlacht um Gorleben” nicht stattgefunden hat. Das Einsatzkonzept der Polizei, gerade in Situationen, in denen De-Eskalation geübt werden sollte, sei erneut gescheitert: das zeigten die Bilder von der Jagd auf Demonstranten, die am Sonntag versucht hatten, die Bahnstrecke zu “schottern” wie auch der rechtswidrige nächtliche Einschluss von Sitzblockierern bei Minustemperaturen bei Harlingen: “Atomstaat und Rechtsstaat beißen sich, wenn der Castor rollt, bleibt die Demokratie auf der Strecke.” Eine große Ausnahme machte der Polizeieinsatz bei der Räumung der Sitzblockade heute Nacht vor dem Zwischenlager.

“Mit Gorleben kommen sie nicht durch”

08. 11. 2010

Die BI ruft dazu auf, sich den Protesten anzuschließen
In vielen Orten entlang der Transportstrecken im Wendland versammeln sich zur Zeit Castor-Gegner, 3000 haben sich bereits auf eine Dauerblockade des Zwischenlagers Gorleben eingerichtet, Greenpeace blockiert mit einer spektakulären Aktion den Castor-Verladebahnhof in Dannenberg: Wann die 11 Behälter mit den hochradioaktiven Abfällen ihr Ziel, das Zwischenlager Gorleben, erreichen, ist völlig ungewiss.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) ruft deshalb dazu auf, sich den Protesten im Wendland anzuschließen: “Wir rufen alle Menschen dazu auf, sich jetzt noch auf den Weg nach Splietau, Gusborn, Quickborn und Gorleben zu machen, um mit den Füßen gegen den Atomkurs der Regierung abzustimmen. Schon gestern Nacht wurde in Harlingen bei der Schienen-Sitzblockade von Tausenden von Menschen deutlich, dass mit vertretbaren polizeilichen Mitteln der Castor-Transport nicht durchsetzbar ist. In diesen Stunden gibt eine weitere Chance: Wenn wir mit Zehntausend Menschen auf die Strecke gehen, kommen sie mit Gorleben nicht durch.”

50.000 Menschen in Splietau auf dem Acker gegen Atomkraft!

Bei der Großkundgebung zum Auftakt der Proteste gegen den Castor-Transport ins Wendland protestieren am heutigen Samstag weit über 50.000 Menschen gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Mit über 600 Schleppern beteiligen sich die Landwirte an dem Protest, rund 150 Traktoren blockieren in verkeilter Form die Ortschaft Splietau. - mehr

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Statt endlich abzuschalten wollen die Energiekonzerne RWE, EON, Vattenfall und EnBW ihre Atomkraftwerke noch jahre- und jahrzehntelang weiter betreiben und täglich eine Million Euro für jedes Atomkraftwerk extra kassieren. Der Regierung und den Konzernen geht es nur um eins: Profite auf Kosten der Sicherheit.

Doch jedes Atomkraftwerk ist eine Zeitbombe, und jedes Quäntchen Atommüll, das beim Weiterbetrieb anfällt, ist ein Gramm zu viel. Trotz massiver Sicherheitsdefizite will die Regierung Gorleben als Standort für ein Atommülllager durchsetzen.

Deshalb ruft ein breites Bündnis aus Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen sowie der Branche der Erneuerbaren Energie auf, mit Kind und Kegel am 6. November zur Kundgebung nach Dannenberg/Wendland (13 Uhr) zu kommen!